Rebranding-Prozess und die Wahl der Farbkombinationen

Mein Rebranding-Prozess und die Wahl der Farbkombinationen

Ein Rebranding ist mehr als die Wahl neuer Farben oder eines überarbeiteten Logos. Es ist ein Entscheidungsprozess, der eng mit Positionierung, Wahrnehmung und strategischer Klarheit verbunden ist.
In diesem Beitrag ordne ich meinen eigenen Rebranding-Prozess ein und erkläre, welche Rolle Farbwahl und visuelle Identität dabei spielen.

Warum ein Rebranding kein kosmetischer Schritt ist

Rebranding bedeutet nicht nur, Dinge anders aussehen zu lassen. Es geht vielmehr darum zu reflektieren:

  • welche Werte und Wahrnehmung transportiert werden sollen
  • wie sich das eigene Selbstverständnis entwickelt hat
  • was für bestehende und zukünftige Stakeholder relevant ist

In diesem Kontext ist die Farbwahl ein Ausdruck von Positionierung, nicht ihr Ausgangspunkt.
Sie folgt der Frage: Welche Botschaft soll sichtbar werden?

Farben als Ausdruck von Wahrnehmung

Farben sind nicht nur ein ästhetisches Element. Sie transportieren Assoziationen, beeinflussen Wahrnehmung und tragen zur Markenidentität bei. Unterschiedliche Farbassoziationen können dabei helfen, bestimmte Werte zu betonen oder Erwartungen zu steuern.

Für mich standen dabei zwei Kriterien im Vordergrund:

  • Verlässlichkeit und Vertrauen, vermittelt durch erdige Töne wie Braun
  • Dynamik und Energie, unterstützt durch Akzentfarben wie Rot

Die Farbkombination soll Stabilität mit Aufbruch verbinden, ohne dabei in Beliebigkeit oder Übertreibung abzurutschen.

Balance zwischen Beständigkeit und Entwicklung

Altbekannte Farbwelten haben ihre Berechtigung, weil sie Vertrautheit vermitteln. Veränderungen im Branding bedeuten jedoch:

  • Wahrnehmung neu zu ordnen
  • Differenzierung zu schaffen
  • Sichtbarkeit zu präzisieren

Die Herausforderung ist, diese Veränderungen so zu gestalten, dass sie Klarheit schaffen statt Verwirrung.

Beim Übergang von einer früheren blauen Ausrichtung zu einer Palette mit erdigen und akzentuierten Tönen ging es daher nicht nur um Farbe, sondern um eine bewusste Neuausrichtung – weg von Standardassoziationen, hin zu einem Ausdruck von Persönlichkeit, Bodenständigkeit und Zukunftsbereitschaft.

Farbauswahl als strategischer Ausdruck

Die gewählte Kombination aus Braun und Rot steht für:

  • Bodenständigkeit und Stabilität
  • Energie und Aufbruchsstimmung

Damit richtet sich der visuelle Ausdruck auf eine Positionierung, die Vertrauen und Dynamik gleichzeitig kommuniziert. Dieser Ansatz vermeidet Effekthascherei und zielt auf bewusste Wahrnehmungssteuerung, nicht reine Ästhetik.

Rebranding als Entscheidung, nicht als Trend

Ein Rebranding ist nicht „Trend folgen“; es ist eine strategische Entscheidung, bei der visuelle Faktoren wie Farbe, Form und Ausdruck einen Beitrag zur Positionierungslogik leisten.

Entscheidungskriterien für mich waren unter anderem:

  • Welches Bild vermittelt dieser visuelle Ausdruck langfristig?
  • Unterstützt er die gewünschten Assoziationen?
  • Passt er zur definierten Zielgruppe?
  • Gibt er Raum für Weiterentwicklung?

Die Farbe ist dabei nicht der Zweck, sondern ein multipler Ausdruck der Positionierung.

Die Psychologie der Farben

Farben können Stimmungen und Emotionen auslösen. Blau vermittelt zum Beispiel Vertrauen und Seriosität, Rot steht für Leidenschaft und Energie, während Grün oft mit Natur, Wachstum und Balance verbunden wird. Hier ein kleiner Überblick, was die klassischen Farben ausdrücken und wie ich meine Farbpalette ausgewählt habe.

Was das für Ihre Entscheidung bedeutet

Farben und visuelle Gestaltung sind Werkzeuge – keine Lösungssätze. Sie vermitteln Wahrnehmung und können Entscheidungen erleichtern, wenn sie aus einer klaren Haltung erwachsen.

Wenn Sie über ein Rebranding nachdenken, lohnt es sich, nicht bei Farben zu beginnen, sondern bei der Frage:

Welche Wahrnehmung soll Ihr Unternehmen langfristig transportieren?

Erst danach folgt die Antwort auf die Frage:
Welche visuellen Mittel tragen diese Wahrnehmung am besten?